Aktueller Stand zum Thema Demineralisierung/Remineralisierung

Mark E. Jensen, MS, DDS, PhD; Robert V. Faller, BS

Markieren Sie den Fortschritt Ihrer aktuellen Arbeit und fahren Sie später an dieser Stelle mit dem Kurs fort. (Anmeldung erforderlich)
Primär und permanent betroffene Zähne, Karies

Zahnschmelzläsionen werden nach ihrer Lokalisierung unterteilt. Glattflächenläsionen treten auf bukkalen, lingualen und approximalen Flächen auf. Grübchen- und Fissurenläsionen sind in Schmelzgrübchen oder auf den okklusalen Fissuren zu finden.

 

Milchzähne und bleibende Zähne sind gleichermaßen betroffen.

 

Man kann sich vorstellen, dass das Konzept der Demineralisierung und Remineralisierung eine eher neue Wissenschaft ist. Tatsächlich lagen die entsprechenden Daten, die diese Vorgänge belegen konnten, schon seit Jahren bereit, doch wir konnten sie einfach nicht interpretieren. Diese Studie von Backer Dirks wurde beispielsweise im Jahr 1966 vor dem intensiven Einsatz von Fluorid durchgeführt. In dieser Studie wurden 71 weiße Schmelzläsionen bei 8-jährigen über einen Zeitraum von sieben Jahren beobachtet. Alle offensichtlichen Läsionen wurden restauriert. Nach Ablauf der sieben Jahre zeigten die Ergebnisse:

Img
.    
image1   image1
Initiale Schmelzläsion auf der bukkalen Fläche eines ersten bleibenden Molaren im rechten Unterkiefer.   Weißer Schmelzfleck am ersten bleibenden Molar im linken Unterkiefer, der teilweise remineralisiert und stabil ist und keine Aktivität zeigt.
Kariesbildung auf der bukkalen Fläche eines Zahnes, Remineralisierung

Zweiter Prämolar, der eine Kavitation auf der bukkalen Fläche aufweist, die nicht remineralisiert werden kann und restauriert werden muss. Auf der distalen Fläche ist ein weiteres kariöses Geschehen zu sehen, dass im Präparat sichtbar wird.

Digitale Röntgenaufnahmen in der zahnärztlichen Praxis
Entfernte kieferorthopädische Klammern

Im Hinblick auf die einheitlichen Beobachtungen haben wir unlängst begonnen, den gesamten Kariesprozess zu betrachten und uns der Erkrankung anders zu nähern als in der Vergangenheit. Wir wissen bereits seit langem, dass Karies ein komplexer biologischer Prozess ist, der einen Krankheitserreger (säurebildende Bakterien), den Wirt oder Patienten und die Ernährung (fermentierbare Kohlenhydrate) umfasst. Bei einer ausgewogenen Ernährung, in der die Schutzfunktionen des Wirtes (Speichelflüssigkeit) und Fluorid dem Säureangriff der Bakterien Widerstand leisten können, findet insgesamt weniger Demineralisierung statt. Nimmt man hingegen häufiger säurebildende Nahrung zu sich, kann das Gleichgewicht umschlagen, sodass die Demineralisierung überwiegt. Um die verschiedenen Snacks für einige Nahrungsmittel eine Netto-Remineralisierung bewirken können, während „säurebildende“ Nahrungsmittel eher zu einer Demineralisierung führen.9 Duggal et al.10verwendeten ein etwas anderes Modell beim Menschen, um die Häufigkeit des Kohlenhydratkonsums im Zusammenhang mit fluoridierter und nicht fluoridierter Zahncreme zu untersuchen. Bei Verwendung einer fluoridfreien Zahncreme und einem Kohlenhydratkonsum von mehr als 3-mal pro Tag kam es zu einer signifikanten Demineralisierung. Benutzten die Patienten hingegen eine Zahncreme mit Fluorid, fand die Demineralisierung nur dann vergleichsweise häufiger statt, wenn mehr als 10-mal pro Tag Kohlenhydrate konsumiert wurden. Die Studie zeigt, wie notwendig es für alle Patienten ist, täglich fluoridierte Zahncreme zu verwenden, um so die Kariesbildung ausgleichen, verhindern und umkehren zu können. Hicks et al.11-13haben eine dreiteilige Serie über die biologischen Faktoren bei der Kariesbildung erstellt, die die Demineralisierung und Remineralisierung berücksichtigt und die Bedeutung einer täglichen Verwendung von geringen Mengen Fluorid unterstreicht.

 

In diesem Beispiel wurde bei einem 15-jährigen männlichen kieferorthopädischen Patienten die Zahnspange entfernt. Unmittelbar danach wurde er in der Zahnarztpraxis, wie unten zu sehen, vorstellig. Hier zeigt sich ein Ungleichgewicht zwischen dem Demineralisierungs- und Remineralisierungsprozess, das zu der Entwicklung vieler offensichtlich kavitierter Läsionen führte, die nicht remineralisiert werden können. Besteht hier die Notwendigkeit, die Kariesbildung zu verstehen und Demineralisierung zu verhindern? Hätten die Läsionen in einem frühen Stadium erkannt und durch Remineralisierung zurückgebildet werden können?

Demineralisierter Zahn, Zahnpflege

(Fall und Bild: Dr. Neil Millikin)

Wurzelflächenkaries

Wurzelkaries

Wie verhält es sich bei der Wurzelkaries?

 

Wir wissen, dass es in der initialen Phase zu einem Rückgang des Zahnfleischrandes kommt, wodurch die Wurzeloberfläche exponiert und die Anfälligkeit für Karies gegeben ist. Das Gewebe kann normal sein, ist aber aufgrund unterschiedlicher Ursachen zurückgegangen – Abrasion (z. B. beim Zähneputzen), Alter oder Parodontalerkrankungen. Dadurch entsteht eine gefährdete Zahnfläche.

 

Die Phase II der Wurzelkaries verläuft ähnlich wie bei der koronalen Karies. Der Prozess entsteht typischerweise apikal der Schmelz-Zement-Grenze und weist einige klinische Symptome auf.

 

Eine scheinbar intakte Zementschicht löst sich schnell auf. Hierbei ist es wichtig, anzumerken, dass Zahnschmelz zu 88 % (gemessen am Volumen) aus Mineralien besteht und Dentin nur zu 45 % (gemessen am Volumen). Man kann sich das erhöhte Demineralisierungspotenzial der Wurzeloberfläche im Vergleich zu der Oberfläche des Zahnschmelzes vorstellen.

Die Frage, die sich die Wissenschaftler lange stellten, war folgende: „Kann an einer Wurzeloberfläche überhaupt eine Remineralisierung stattfinden, wo sie nur einen Ausgangsgehalt von 45 % an Mineralien aufweist?“ Die Antwort lautet, auf jeden Fall. Tatsächlich ist nachgewiesen, dass die Wurzelfläche remineralisiert werden und danach sogar einen höheren Prozentsatz an Mineralien als zu Beginn aufweisen kann. (Eine Studie: 67 % mehr Remineralisierung vs. Plazebo.)

Img

In einem evidenzbasierten Ansatz untersuchte Leake14807 Beispiele im Hinblick auf Wurzelkaries. Die Genauigkeit der diagnostischen Systeme ist nicht bekannt, gleichwohl wies die Farbe der Läsionen eine geringe Validität auf. Die Verwendung des Kriteriums „weich“ zur Definition aktiver Läsionen wurde im Zusammenhang mit dem Vorhandensein von Mikroben in der Läsion validiert. Es wird angenommen: „Bei Patienten, die 30 Jahre oder älter sind, ist die Prävalenz bei Wurzelkaries 20 bis 22 Prozent niedriger als das Alter der Person. Der Schweregrad reicht von einer Läsion bis 50 Jahre, zwei Läsionen bis 70 Jahre und knapp über drei Läsionen bei 75-jährigen oder Älteren. Erwartungen zufolge entstehen bei ungefähr 8 % (Verhältnis 1:11) der Bevölkerung eine oder mehr Wurzelkariesläsionen in einem Jahr. Die Verwendung von Fluoriden zur Remineralisierung von Wurzelkaries ist einschlägig belegt.

Video
Experts / Advisory
Transkript
Close Button
Kurs speichern Close
Congrats

Herzlichen Glückwunsch!

Aufgrund der Informationen in Ihrem Profil, sieht es so aus, als hätten Sie die Prüfung bestanden. Da Sie jetzt zur Praxis übergehen, möchten wir Sie über neue Fortbildungskurse, Ankündigungen und andere Quellen, zu denen Sie nun als praktizierender Zahnarzt Zugang haben, auf dem Laufenden halten.

Nehmen Sie sich bitte einen Moment Zeit, um Ihr Profil zu aktualisieren.

Wir empfehlen Ihnen auch den Graduating Student Bereich für Absolventen zu gehen. Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zu Quellen für den Praxisaufbau.