Aktueller Stand zum Thema Demineralisierung/Remineralisierung

Mark E. Jensen, MS, DDS, PhD; Robert V. Faller, BS

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  • Evaluierung der Kariesevidenz im Hinblick auf Fluoride - Wissenschaftliche Unterstützung für klinische Entscheidungen
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Die Welt der Zahnmedizin hat sich dahingehend verändert, dass sie solide wissenschaftliche Belege für die klinische Anwendung von Behandlungs- und Präventionsmaßnahmen für Zahnkaries verlangt. Kurz gesagt entwickelt sich die Kariologie zu einem Teil der evidenzbasierten Zahnmedizin. Die evidenzbasierte Zahnmedizin (EbZ) wird von der American Dental Association beschrieben als „ein Ansatz in der Zahnmedizin, der die systematische Beurteilung von klinisch relevanter Evidenz in Bezug auf den medizinischen und zahnmedizinischen Gesundheitszustand und die Anamnese des Patienten mit der klinischen Erfahrung des Zahnarztes und den Bedürfnissen und Vorlieben des Patienten bei der Behandlung auf eine wohl überlegte Art und Weise vereint.“32 (ADA Positions & Statements)

 

Die University of North Carolina bietet ein Tutorial (EDM tutorial UNC)zu evidenzbasierter Medizin an, das dabei hilft, diesen Ansatz zu verstehen. Forrest und Miller33haben eine Methode für die evidenzbasierte Entscheidungsfindung in der Zahnmedizin entwickelt und veranschaulichen den Prozess mit Beispielen aus der klinischen Praxis. Die PICO-Methode (Population (P), Intervention (I), Comparison (C), Outcome (O) – Population, Intervention, Vergleich, Ergebnis) kann sehr leicht auf die Remineralisierung und Demineralisierung angewandt werden

 

Ismail und Bader34 haben einen praktischen klinischen Zugang zur evidenzbasierten Zahnmedizin entwickelt und verschiedene Modelle hinsichtlich ihrer Anwendung diskutiert. In ihren Schlussfolgerungen heißt es: Bei der evidenzbasierten Methode zur klinischen Entscheidungsfindung vereinen Zahnmediziner die beste wissenschaftliche Evidenz – Evidenz, die in systematischen Reviews kritisch besprochen worden ist – mit ihrer klinischen Erfahrung und den Vorlieben des Patienten in Bezug auf die Behandlungsergebnisse.“ Praktiker können auf eine umfassende Sammlung an Fachliteratur zugreifen, genau wie Patienten im Internet. Eine schnelle Suche in PubMed zu der Zeit, als dieser Artikel geschrieben wurde, ergab 33.040 Treffer für Artikel, die die Stichwörter Zahn und Demineralisierung enthielten. 1.229 Artikel wurden bei der Suche nach Zahn – Remineralisierung aufgelistet und 913 bei Zahnschmelz – Remineralisierung. Ein weiterer Ansatz bei der Suche nach Fachliteratur ist eine Verfeinerung der Medline Datenbank mittels „EviDents“. Bei der Suche nach Karies als „Problem“ und Remineralisierung als „Ergebnis“ wurden 847 Quellen gefunden. Wird Karies bei „Problem“ und fluoridierte Zahnpflegemittel bei „Intervention“ angegeben, findet die Datenbank 1.262 Nennungen. Wenn die Suche unter dem Aspekt „Schwerpunkt“ verläuft, werden 389 Angaben für Karies und fluoridierte Zahnpflegemittel gefunden. Wird die Suche durch „systematische Reviews“ eingeschränkt, dann werden nur noch 42 Arbeiten gefunden. Wenn man die Fachliteratur durchsuchen möchte, sind dies einfach zugängliche Methoden für den Anfang.

 

Jeyanthi35 führt eine Reihe von nützlichen Datenbanken auf, die für die Suche bei evidenzbasierter Zahnmedizin herangezogen werden können:

  • AMED (Allied and Complementary Medicine Database)

  • ASSIA (Applied Social Sciences Index and Abstracts on the Web)

  • CancerLit by US National Cancer Institute

  • CINAHL (Cumulative Index of Nursing and Allied Health Literature)

  • DAIC (Dissertation Abstracts Online)

  • EMbase (Excerpta Medica) database

  • PsycINFO

  • HTA (Health Technology Assessment) database

  • LILACS (Latin American ACS and Caribbean Health Science Literature)

  • Web of Science

 

Diese werden nicht unbedingt von Praktikern für eine Suche nach Evidenz genutzt, doch sollte man wissen, dass es sie gibt und sie bei der Analyse medizinischer Fragen herangezogen werden können. Die Evaluierung der Evidenz wird von Gruppen wie der Cochrane Datenbank auf der Grundlage strenger Kriterien durchgeführt. Betrachtet man die aktuellen Themen in der Zahnmedizin, so findet man die folgenden Themen in Bezug auf Fluoride:

Im letzten Jahrzehnt haben wir eine tatsächliche Wende hin zu einem „medizinischen Modell“ in der Behandlung und Prävention von Zahnkaries, wie es von Anderson40 beschrieben wurde, erlebt. Barber und Wilkins41 diskutieren die Anwendung eines evidenzbasierten Ansatzes bei Karies und weisen darauf hin, dass das Kariesrisiko bei jedem Arztbesuch evaluiert werden muss. Wir haben einen „Paradigmenwechsel“ in der Behandlung von Karies gesehen, von einem operativen hin zu einem medizinischen Modell, wie von Steinberg beschrieben.42 Das Modell behandelt die Kontrolle der Bakterien, Reduzierung des Risikos bei gefährdeten Patienten, Umkehr von aktiven Bereichen durch Remineralisierung sowie Kontrolle und Erhaltung. Man hofft, dass die Neuerungen in der Behandlung und die Integration des evidenzbasierten Ansatzes bei vielen Ärzten zu einer qualitativ hochwertigeren Behandlung ihrer Patienten führen wird sowie zu einem solideren Ansatz in der Prävention im Gegensatz zu der in der Vergangenheit angewandten operativen Methode des „Bohrens und Füllens“. Um Ten Cate bei dem 50. Jubiläum des ORCA Kongresses (Organisation for Caries Research) 43 zu zitieren: „Die präventive Wirkung von Fluoriden bei Karies ist über jeden Zweifel erhaben! Die Einbeziehung von Fluoriden in die Kariesprävention hat bei dem Großteil der Bevölkerung zu einem signifikantem Rückgang der Kariesprävalenz geführt.“

Prävalenz von Karies, digitale zahnärztliche Röntgenaufnahmen
(Bild zur Verfügung gestellt von Dr. James Wefel)

(Bild zur Verfügung gestellt von Dr. James Wefel)

Aufnahme unter einem Polarisationslichtmikroskop (in Wasser) eines Einzelabschnitts einer Zahnschmelzläsion bei einem In-vivo-Modell beim Menschen zur Überwachung der Remineralisierung einer Läsion unter Fluoridtherapie. Das obere Bild zeigt den Zustand vor Platzierung in der Vorrichtung und das untere Bild zeigt denselben Abschnitt des Mundes des Patienten nach dem Behandlungszeitraum, in dem eine Fluoridtherapie durchgeführt wurde. Zu sehen ist eine Veränderung der Größe der Läsion, die auf eine Remineralisierung hindeutet.

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